Blog

der DAGG.INVEST Vermögensverwaltung

Der Vermögensplaner als Investmentcoach (3)

Die Auswahl, worin man investiert, ist riesig. Deshalb landen die meisten bei zu viel, zu teuer und zu beliebig. Teil 3 zeigt, wie aus ein paar klaren Risikoentscheidungen ein Portfolio wird, das nicht jede Mode mitmacht, sondern jedem Wetter standhält.

Ein Portfolio für jede Wetterlage

Im letzten Teil ging es darum, wie man investiert. Jetzt kommt die Frage, worin. Die Auswahl ist riesig, zehntausende Fonds, zehntausende Aktien, jede Woche ein neuer heißer Scheiß. Klingt nach einem Problem. Ist aber keins, wenn jemand am Steuer sitzt, der weiß, was er tut. Dann schrumpft das Ganze nämlich auf eine überschaubare Reihe von Risikoentscheidungen zusammen. Mehr ist es im Kern nicht.

Die Rendite, die für diese Risiken herausspringen soll, holt man sich über günstige, institutionelle Fonds. Die versuchen nicht, schlauer zu sein als der Markt (zuverlässig funktioniert das einfach nicht), sondern den Ertrag eines Marktrisikos so sauber wie möglich einzufangen. So zu agieren ist kein Verzicht, sondern die Logik, dass man besseres Braun kriegt, wenn man die Farben gleich richtig mischt, statt alles zusammenzuschütten.

Die eine Entscheidung, auf die es ankommt

Bevor man über Einzelheiten redet, steht eine Frage über allem: Wie viel kommt in Wachstumswerte (Aktien) und wie viel in defensive Bausteine, also hochwertige Anleihen, die Sie auffangen sollen, wenn der Aktienmarkt mal richtig durchsackt? Diese Mischung nennt man im Fachjargon „Asset Allocation". Das ist die wichtigste Stellschraube im ganzen Portfolio, und sie hängt nicht von einer Marktmeinung ab, sondern von Ihnen, von Ihrer Situation, Ihrem Horizont, davon, was Sie an schlechten Tagen aushalten. Genau dafür ist ein guter Planer da, das zu klären. Nicht um Aktientipps zu geben.

Wer entscheidet, was reinkommt

Damit nicht alles Mögliche im Portfolio landet, nur weil es gerade gut aussieht, braucht es ein diszipliniertes Sieb. Bei uns macht das unser Anlageausschuss. Der sammelt für jede Anlageklasse die Argumente dafür und dagegen und prüft sie nach festen Kriterien. Ohne Sie mit Details zu erschlagen, sind das, kurz erklärt, die Folgenden:

Gibt es einen Grund für die Rendite? Man muss verstehen, woher der Ertrag kommt und welches Risiko dahintersteckt. Wenn das keiner erklären kann, Finger weg.

Gibt es brauchbares Datenmaterial? Ohne genug verlässliche Zahlen weiß man nicht, wie sich etwas wirklich verhält. Dann rät man nur.

Stimmt das Verhältnis von Risiko und Ertrag? Mehr Risiko nimmt man nur auf sich, wenn realistisch zu erwarten ist, dass man dafür auch belohnt wird. Sonst ist es sinnloses Risiko.

Was bringt es dem Gesamtportfolio? Jeder Baustein muss eine klare Rolle haben – Anleihen schützen in schlechten Phasen, globale Aktien treiben die Rendite. Und: Was rein soll, muss etwas anderes verdrängen. Ein Portfolio ist kein Sammelalbum.

Kommt man überhaupt vernünftig dran? Es muss einen einfachen, günstigen, liquiden Weg geben, in die Sache zu investieren. Wenn die einzigen Produkte teuer, kompliziert oder schwer zu handeln sind, hat sich die Frage meist schon erledigt. Kosten sind übrigens der einzige zuverlässige Hinweis darauf, was am Ende netto bei Ihnen ankommt.

Lässt es sich auf Dauer managen? Manches macht in der Verwaltung dauernd Arbeit und verlangt Spezialwissen. Das kann den ganzen Mehrwert wieder zunichtemachen.

(Schematische Darstellung der Auswahlkriterien im Anlageausschuss)

Warum es das perfekte Portfolio nicht gibt

David Swensen, der über Jahrzehnte das Stiftungsvermögen von Yale verwaltet hat, hat sinngemäß gesagt: Wer die Rolle jeder Anlageklasse versteht und benennen kann, läuft nicht jeder Mode hinterher. Genau darum geht es.

Es gibt keine eine, perfekte Lösung, kein Portfolio, das immer komplett am besten performt. Wer Ihnen das verspricht, versucht Ihnen was anzudrehen. Was es gibt, ist eine vernünftige Struktur, in der jeder Baustein langfristig seinen Beitrag leistet, mit dem Wissen, dass kurzfristig immer ein Teil gut läuft und ein anderer hinterherhinkt. Das ist kein Fehler. Das ist so gewollt und eingebaut.

Lass Sie sich das in Ruhe durch den Kopf gehen. Wenn Sie das Gefühl haben, das können Sie selbst sauber zusammenstellen, machen Sie es. Ich freue mich für Sie. Und wenn Sie lieber jemanden am Steuer hätten, der das Investment-Sieb schon seit Jahren routiniert in Betrieb hat, dann reden wir darüber.

Gerne stehe ich Ihnen für ein persönliches Gespräch zur Verfügung, um Ihre individuellen Gedanken zu besprechen.

Bleiben Sie optimistisch – und immer investiert!

 

(Beim Investieren ist Ihr Kapital Verlustrisiken ausgesetzt.)

 

Christian Dagg

Der größte Feind des Anlegers ist häufig der Anleger selbst. Ein unabhängiger Berater bringt den größten Nutzen, wenn er sich zwischen den Anleger und dessen schlimmste Fehlentscheidung stellen kann. Meine Beiträge sollen wie ein Filter für vernünftige Finanzentscheidungen wirken. Ich möchte belastbare Fakten und gesunden Menschenverstand im Zusammenhang mit Finanzthemen in den Vordergrund stellen und versuchen, dies so zu erklären, dass es jeder für sich einordnen kann.

Für Anregungen und Kommentare bin ich immer offen.

Offenlegung: Alle Beiträge dienen der Werbung. Keiner der Inhalte dieses Internetauftritts stellt eine Anlageberatung, Finanzanalyse oder ein Angebot bzw. eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf eines Vertrags oder Wertpapieres dar.

Navigation Schließen Suche E-Mail Telefon Kontakt Pfeil nach unten Pfeil nach oben Pfeil nach links Pfeil nach rechts Standort Download Externer Link Startseite LinkedIn Instagram E-Mail Telefon Download Externer Link LinkedIn Instagram Facebook