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der DAGG.INVEST Vermögensverwaltung

Der Vermögensplaner als Investmentcoach (2)

Die meisten Anleger fragen: „Was soll ich kaufen?" Die bessere Frage: Wie investiere ich und nach welchen Grundsätzen? Teil 2 unserer Serie zeigt, warum ein Kompass wichtiger ist als der nächste heiße Tipp.

Erst die Grundsätze, dann die Produkte

Die meisten Anleger fangen am falschen Ende an. Sie fragen: „Was soll ich kaufen?" Aktie X? Fonds Y? Bitcoin? Das ist ungefähr so, als wollten Sie beim Hausbau erst mal die Küche aussuchen, bevor überhaupt der Grundriss und das Fundament stehen.

Die eigentliche Frage ist eine andere: Wie investiere ich? Nach welchen Grundsätzen treffe ich Entscheidungen heute, nächstes Jahr, und wenn es mal kracht?

Ein Kompass, kein Kochrezept

Investieren ist kein Sprint, sondern eine Reise über Jahrzehnte. Und auf so einer Reise braucht man keine detaillierte Wegbeschreibung für jeden Meter. Die gibt es sowieso nicht, weil niemand weiß, was morgen passiert. Was man braucht, ist ein Kompass. Ein Set von Grundsätzen, die einen durch den ganzen Nebel aus Marktmeinungen, Emotionen und gut gemeinten Tipps vom Schwager navigieren.

Wir nennen das eine Investmentphilosophie. Klingt groß, ist aber im Kern einfach: Ein paar Überzeugungen, die auf solider Evidenz beruhen und die man konsequent durchhält, auch wenn es mal unbequem wird.

David Swensen, der legendäre Investor hinter dem Yale-Stiftungsvermögen, hat es auf den Punkt gebracht: Erfolgreiche Investoren arbeiten mit einer klaren, konsistenten Philosophie. Nicht mit Bauchgefühl. Nicht mit dem heißen Tipp aus dem Podcast.

Was die Finanzwissenschaft dazu sagt

Die Grundidee ist simpel: Märkte sind ziemlich gut darin, alle verfügbaren Informationen in Preise einzubauen. Nicht perfekt, aber gut genug, dass die allermeisten Versuche, schlauer zu sein als der Markt, scheitern. Das ist keine Meinung, das ist der Stand der Wissenschaft.

Heißt konkret: Einzelne Aktien rauspicken ist sinnloses Risiko. Versuchen, den richtigen Zeitpunkt zum Ein- oder Aussteigen zu finden, ist im Ergebnis weitgehend zufällig. Und aktive Fondsmanager, die versprechen, den Markt zu schlagen? Die Datenlage dazu ist ernüchternd.

Warren Buffett – nun wirklich kein Anfänger – hat es in seinem Aktionärsbrief 2014 so formuliert: Aktives Trading, mangelhafte Diversifikation, überhöhte Gebühren und der Einsatz von Krediten können die ordentlichen Renditen zerstören, die ein geduldiger Langfrist-Anleger sonst einfahren würde.

Oder noch mehr auf den Punkt gebracht: Marktprognostiker füllen dir die Ohren, aber nie das Portemonnaie.

Die Fakten sind gnadenlos

Die Statistik zeigt das Dilemma glasklar: Über einen Zeitraum von 20 Jahren hat die Mehrheit der professionell verwalteten aktiven Fonds es nicht mal geschafft zu überleben.

Von denen, die durchgehalten haben, haben gerade mal 14 Prozent den Markt geschlagen. Und wenn man dann noch berücksichtigt, ob die dafür nicht einfach mehr Risiko gefahren sind – dann bleiben etwa 2 Prozent übrig.

Zwei Prozent. Und die sollen Sie vorher erkennen. Das ist ungefähr so realistisch wie das Wetter in drei Monaten auf den Tag genau vorherzusagen.

Deshalb ist unser Ansatz ein anderer: Wir versuchen nicht, den Markt zu schlagen. Wir nehmen mit, was die Märkte an Rendite liefern; systematisch, kosteneffizient, breit diversifiziert. Ohne die hohlen Versprechen der aktiven Branche.

Das klingt einfach. Ist es auch. Und trotzdem scheitern die meisten daran.

Denn hier kommt die zweite Seite der Medaille: der Anleger selbst. Sachlogisch ist das alles einleuchtend. Aber wenn die Märkte 30 Prozent im Minus sind und jeden Tag eine neue Horrormeldung kommt, dann ist sachlogisch plötzlich ziemlich weit weg. Dann wollen Sie raus. Dann wollen Sie „erstmal abwarten". Dann machen Sie genau die Fehler, die langfristig am teuersten sind.

Geduld und Disziplin, das sind die zwei Eigenschaften, die über den Anlageerfolg am meisten entscheiden. Und gleichzeitig die zwei, die am schwersten durchzuhalten sind, wenn man alleine unterwegs ist.

Genau da liegt der Wert eines guten Vermögensplaners. Nicht darin, die nächste heiße Aktie zu finden. Sondern darin, einen vernünftigen Kompass zu haben und dafür zu sorgen, dass Sie den nicht über Bord werfen, wenn der Sturm kommt.

Gerne stehe ich Ihnen für ein persönliches Gespräch zur Verfügung, um Ihre individuellen Gedanken zu besprechen.

Bleiben Sie optimistisch – und immer investiert!

 

(Beim Investieren ist Ihr Kapital Verlustrisiken ausgesetzt.)

 

 

 

Christian Dagg

Der größte Feind des Anlegers ist häufig der Anleger selbst. Ein unabhängiger Berater bringt den größten Nutzen, wenn er sich zwischen den Anleger und dessen schlimmste Fehlentscheidung stellen kann. Meine Beiträge sollen wie ein Filter für vernünftige Finanzentscheidungen wirken. Ich möchte belastbare Fakten und gesunden Menschenverstand im Zusammenhang mit Finanzthemen in den Vordergrund stellen und versuchen, dies so zu erklären, dass es jeder für sich einordnen kann.

Für Anregungen und Kommentare bin ich immer offen.

Offenlegung: Alle Beiträge dienen der Werbung. Keiner der Inhalte dieses Internetauftritts stellt eine Anlageberatung, Finanzanalyse oder ein Angebot bzw. eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf eines Vertrags oder Wertpapieres dar.

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