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der DAGG.INVEST Vermögensverwaltung

Strukturieren beginnt vor dem Verkauf, nicht danach

Die meisten Unternehmer denken erst über ihr privates Vermögen nach, wenn der Verkaufsprozess schon läuft. Dabei gibt es einen Baustein, der mindestens sieben Jahre Vorlauf braucht, und mehrere, die weniger Eile haben. Warum sich frühzeitige Beratung trotzdem lohnt und welche Weichen zuerst gestellt werden sollten.

Die meisten Gespräche, die wir mit Unternehmern führen, drehen sich zunächst gar nicht um Geldanlage. Sie drehen sich um eine einfachere Frage: Was passiert eigentlich mit meinem Vermögen, wenn ich mein Unternehmen irgendwann verkaufe oder an die nächste Generation übergebe? Auffällig oft taucht diese Frage erst auf, wenn der Verkaufsprozess schon läuft. Am Tisch sitzen dann ein M&A-Berater und ein Anwalt, die sich um den Deal kümmern. Um die private Seite – was mit dem Erlös passiert, wie die Familie aufgestellt ist, ob es überhaupt eine sinnvolle Struktur dafür gibt – kümmert sich in diesem Moment niemand. Und ein Teil dieser Fragen lässt sich nach dem Verkauf nicht mehr mit voller Wirkung klären.


Wir sprechen regelmäßig mit Unternehmern in genau dieser Situation, meist Jahre bevor ein Verkauf konkret wird. Und fast immer zeigt sich dasselbe Muster: Wer früh genug jemanden an Bord holt, der die Vermögensseite mitdenkt, hat am Ende deutlich mehr Möglichkeiten als jemand, der erst reagiert, wenn der Käufer schon feststeht.

Warum ausgerechnet diese Lücke entsteht

Ein M&A-Berater wird dafür bezahlt, den bestmöglichen Deal herauszuholen: Preis, Vertragsbedingungen, Käuferauswahl. Das ist sein Job, und er macht ihn gut. Was mit dem Geld hinterher geschieht, gehört einfach nicht zu seinem Mandat.
Der Anwalt sorgt dafür, dass der Deal reibungslos abgewickelt werden kann und es auch bleibt. Das macht ihn ebenfalls zu einem elementaren Teil dieses Systems.

Aber meistens bleibt die private Vermögensfrage oft liegen, bis der Verkauf bereits notariell besiegelt ist und damit auch die Gelegenheit, sie mit vollem Spielraum zu beantworten.

Strukturieren heißt auch: das Private schon jetzt ordnen

Strukturierung ist dabei kein einmaliger Termin, bei dem eine Holding gegründet und die Sache damit erledigt wird. In den Jahren vor einer Übergabe gibt es meist längst privates Vermögen, das nichts mit dem Unternehmen zu tun hat: Ersparnisse, eine Immobilie, vielleicht schon ein Depot. Auch dieses Vermögen verdient eine Struktur, die zu den eigenen Zielen passt, unabhängig davon, wann und wie das Unternehmen einmal übergeben wird. Wie viel Risiko ist angemessen, wenn ein Großteil des Vermögens ohnehin noch im Betrieb steckt? Wie viel Liquidität braucht die Familie, um unabhängig vom Unternehmenserfolg planen zu können? Welche Rolle spielen Ziele wie der Ruhestand der eigenen Eltern, die Ausbildung der Kinder oder ein zweites Zuhause?


Genau hier entsteht aus unserer Sicht der eigentliche Wert einer frühen Beratung. Es geht nicht nur darum, eine einzelne Frist im Blick zu behalten, sondern darum, über Jahre hinweg eine private Vermögensstruktur mitzudenken, die zur Lebensplanung passt und mit jedem Schritt der Übergabe mitwächst. Wer so früh startet, kommt am Ende des Prozesses nicht mit einer Liste offener Fragen an, sondern mit einer Struktur, die schon lange steht.

Ein Beispiel, das zeigt, wie konkret das wird

Ein Unternehmer Mitte fünfzig kam vor einiger Zeit mit einer Frage zu uns, die genau in dieses Muster passt: Er wollte seinen Betrieb in den kommenden Jahren an einen strategischen Käufer übergeben und wusste nicht, wie er sein Vermögen strukturieren sollte, solange das meiste davon noch im Unternehmen steckte. Im Gespräch zeigte sich schnell, dass die eigentliche Herausforderung gar nicht die spätere Geldanlage war. Es ging um die Frage, welche Holding-Struktur ihm später einen vernünftigen Reinvestitionspfad ermöglichen würde – und diese Entscheidung musste Jahre vor der eigentlichen Übergabe fallen, damit sie steuerlich und rechtlich sauber wirkt.

Der Grund dafür ist simpel und wenig bekannt: Wer Unternehmensanteile steuerneutral in eine Holding einbringen möchte, muss diese Anteile mindestens sieben Jahre halten. So schreibt es das Umwandlungssteuergesetz vor (§ 22 UmwStG). Verkauft die Holding innerhalb dieser Frist, besteuert das Finanzamt den Vorgang rückwirkend und zwar auf Basis der stillen Reserven zum ursprünglichen Einbringungszeitpunkt. Wer diese Regel erst entdeckt, wenn der Kaufvertrag schon auf dem Tisch liegt, kann sie nicht mehr einhalten.

Während diese Holding-Frage im Hintergrund lief, haben wir mit ihm parallel an seiner privaten Vermögensstruktur gearbeitet: Wie viel seines bestehenden Depots sollte konservativ bleiben, weil ohnehin schon genug unternehmerisches Risiko im Spiel war? Ab wann würde sich der Kauf eines Ferienhauses für die Familie lohnen, ohne die spätere Übergabe zu belasten? Solche Fragen lassen sich gut Jahre im Voraus klären, gerade weil sie nicht von einem einzelnen Ereignis abhängen.

Nicht alles ist gleich eilig

Die Holding ist damit der zeitkritischste Baustein, aber bei Weitem nicht der einzige. Liquiditätsplanung, die Frage, wie die Familie mit dem Thema umgeht, ein Notfallplan für den Fall, dass es plötzlich schnell gehen muss – all das gehört ebenfalls zur Strukturierungsphase. Der Unterschied: Für diese Themen gibt es keine gesetzliche Frist. Sie lassen sich auch näher am eigentlichen Ereignis klären, im Zweifel noch ein Jahr vorher. Das entbindet niemanden davon, sich rechtzeitig damit zu befassen, aber es erklärt, warum die Holding-Frage so viel dringlicher ist als der Rest.

Wer selbst schon eine Holding hat, hat damit den größten Zeitdruck bereits genommen. Die Strukturierungsphase ist damit aber nicht erledigt: Liquiditätsplanung und Familien-Governance bleiben eigenständige Fragen, unabhängig davon, ob die Holding schon steht.

Der nächste Schritt

Wer sein Lebenswerk in den kommenden Jahren übergeben oder verkaufen möchte, sollte diese Fragen nicht dem Zufall oder dem Zeitdruck eines konkreten Ereignisses überlassen. Im Erstgespräch schauen wir gemeinsam, welche dieser Weichen in Ihrer Situation noch offen sind, und wie eine private Vermögensstruktur aussehen könnte, die schon während der Strukturierungsphase mit Ihnen mitwächst, ganz gleich, ob der Übergabemoment noch Jahre entfernt scheint oder eine Holding längst besteht.

Maximilian Worm

Als Finanzberater bei der DAGG.INVEST GmbH führe ich meine Mandanten durch die komplexe Welt der Kapitalmärkte. Während meines Studiums wurde mir bewusst, dass viele uninformierte Anleger den Tücken der Märkte zum Opfer fallen. Mein Ziel ist es, sie mit Wissen und Planung in ihren finanziellen Zielen zu unterstützen.

Offenlegung: Alle Beiträge dienen der Werbung. Keiner der Inhalte dieses Internetauftritts stellt eine Anlageberatung, Finanzanalyse oder ein Angebot bzw. eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf eines Vertrags oder Wertpapieres dar.

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