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der DAGG.INVEST Vermögensverwaltung

Was passiert mit Anleihen, wenn die Zinsen steigen?

Sind steigende Zinserwartungen gut oder schlecht für Anleihen? Allzu oft entpuppen sich vermeintliche Erklärungen als Mythen. Eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte für Anleger.

Die einzelne Anleihe ist ein sehr transparentes Anlageprodukt. Der Anleger erhält am Ende der Laufzeit sein Geld zurück und während der Laufzeit, gemessen an der Kreditwürdigkeit des Emittenten, den angemessenen Zins. Dieses "angemessen" ist der Grund, weshalb Anleihen dem Anleger gelegentlich doch unverständlich erscheinen. Denn der Marktzins kann sich im Lauf der Zeit ändern, wie wir aktuell erfahren dürfen. Und wenn gestern beispielsweise 0,1 Prozent noch ein angemessener Zins gewesen sein mag, können das heute 0,5 Prozent oder 1 Prozent sein. Da eine Anleihe über ihre gesamte Laufzeit mit festen Konditionen vereinbart ist, aber dennoch börsentäglich gehandelt werden kann, gibt es nur eine Möglichkeit, wie der Zins der Anleihe stets angemessen bleibt, obwohl sich an den Konditionen der Anleihe nichts ändert: der Wert der Anleihe im täglichen Handel muss sich so justieren, dass dadurch der Zins passt.

Das gilt auch, wenn die Anleihe Teil eines Anleihefonds ist, nur dass dort kontinuierlich, rollierend reinvestiert wird, so dass die einzelne Anleihe nicht mehr separat erkennbar ist. Der Fonds insgesamt verhält sich wieder wie eine Anleihe mit der durchschnittlichen Laufzeit und Kreditwürdigkeit des Fonds.
Wie sieht das nun konkret aus. Betrachten wir beispielsweise eine Anleihe mit drei Jahren Restlaufzeit aus der vergangenen Null-Zins-Zeit. Steigt nun die Zinserwartung im Markt plötzlich um 1 Prozent an, dann wird der Wert dieser Anleihe im Handel um etwa 3 Prozent fallen, so dass die Anleihe anschließend 1 Prozent Zins liefert. Steigt die Zinserwartung im Markt plötzlich um 2 Prozent, fällt der Wert um etwa 6 Prozent, usw. Die nachfolgende Grafik zeigt den Wertverlauf für verschiedene Zinsszenarien.

Anleihe bei Zinsanstieg

Ist ein Zinsanstieg nun also schlecht für Anleihenbesitzer? Die Grafik zeigt sehr schön: nur wenn man die Anleihe nach dem Zinsanstieg vor Ablauf der Restlaufzeit verkauft, bzw. den Fonds innerhalb der Durchschnittslaufzeit. Hält der Anleger seine Anleihe so lange, macht er keinen Verlust und ab dem Zeitpunkt ist der Anleger durch einen Zinsanstieg dann sogar deutlich bessergestellt.

Zusammenfassend: Wenn die Zinserwartungen im Markt steigen, steigen die Anleiherenditen. Das bedeutet, dass die Werte der bestehenden Anleihen temporär sinken, der Anleger langfristig jedoch wieder eine bessere Rendite erhält.

Christian Dagg

Der größte Feind des Anlegers ist häufig der Anleger selbst. Ein unabhängiger Berater bringt den größten Nutzen, wenn er sich zwischen den Anleger und dessen schlimmste Fehlentscheidung stellen kann. Meine Beiträge sollen wie ein Filter für vernünftige Finanzentscheidungen wirken. Ich möchte belastbare Fakten und gesunden Menschenverstand im Zusammenhang mit Finanzthemen in den Vordergrund stellen und versuchen, dies so zu erklären, dass es jeder für sich einordnen kann.

Für Anregungen und Kommentare bin ich immer offen.

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