Ab wann lohnt sich ein Finanzberater?
Der folgende Artikel beschreibt die vier Situationen, in denen eine Zusammenarbeit mit einem unabhängigen Finanzberater wirklich sinnvoll ist und wo nicht.
Das Wachstum unserer Kanzlei und besonders die vielen Empfehlungen unserer bestehenden Mandanten freuen uns sehr. Dies wirft die zentrale Frage auf: Für wen lohnt sich eigentlich die Zusammenarbeit mit einem unabhängigen Berater? Ich bin zwar überzeugt, dass professionelle Finanzplanung und Vermögensmanagement in der heutigen komplexen Welt wichtiger denn je sind. Doch nach dem Motto "Frage niemals einen Friseur, ob du einen Haarschnitt brauchst" möchte ich nicht unsere Leistungen anpreisen. Stattdessen möchte ich aufzeigen, in welchen Situationen eine Zusammenarbeit mit einem Berater wirklich sinnvoll ist – und wo nicht.
Wenn Sie nicht mehr alles selbst machen wollen
Die Marktforschung unterscheidet drei Arten von Finanzkunden: Die Vertrauensgeber (Menschen, die ihre Finanzentscheidungen gerne in die Hände von Experten legen), die Sparringspartner (Menschen, die ihre eigenen Finanzentscheidungen treffen, aber eine zweite Meinung schätzen) und die Selbstgestalter (Menschen, die alles eigenständig erledigen). Etwa 64% aller Menschen zählen sich zu den Vertrauensgebern oder Sparringspartnern. Die übrigen 36% sind Selbstgestalter – und wer zu dieser Gruppe gehört, aber die Einzelkämpferrolle zunehmend als Belastung empfindet, sollte über professionelle Unterstützung nachdenken.
Ich kenne diese Situation aus eigener Erfahrung: Unzählige Excel-Tabellen, endlose Simulationen der finanziellen Zukunft und die ständige Ungewissheit, ob man alles richtig macht. Während ich diese intensive Beschäftigung mit Finanzen als berufliche Leidenschaft lebe, empfinden viele langjährige Selbstgestalter dies zunehmend als Bürde. Sie möchten ihren Ruhestand genießen oder ihre Zeit anders nutzen. In solchen Fällen kann ein Berater eine wertvolle Entlastung sein.
Wenn Ihre Finanzen komplexer werden
Die zunehmende Komplexität des Finanzlebens ist ein weiterer wichtiger Indikator für den Nutzen professioneller Beratung. Experten für Finanzplanung können nicht nur Zeit und Geld sparen, sondern auch über Veränderungen im finanziellen und steuerlichen Umfeld informieren, die sich zu Ihrem Vorteil nutzen lassen.
Je vielschichtiger Ihre finanzielle Situation wird – sei es durch Heirat, Kinder, Unternehmen, Stiftungen oder Holdinggesellschaften – desto kostspieliger können Fehler werden. Besonders bei größerem Vermögen haben wir häufig erlebt, dass sich die Beratungskosten durch die optimale Lösung von Steuer- und Planungsfragen mehrfach amortisiert haben.
Umgekehrt gilt: Bei überschaubaren Finanzverhältnissen (wenige Konten, alleinstehend, keine Kinder) ist der potenzielle Mehrwert einer Beratung geringer. Allerdings sollte die fehlende Komplexität Sie nicht davon abhalten, professionelle Unterstützung zu suchen, wenn Sie das Bedürfnis nach einem kompetenten Gesprächspartner haben.
Wenn Sie einen Sparringspartner suchen
Ein wichtiger Grund für die Zusammenarbeit mit einem Berater kann der Wunsch nach einem qualifizierten Gesprächspartner für Finanzthemen sein. Ob als zweite Meinung oder als Unterstützung in turbulenten Marktphasen – ein passender Berater kann maßgeblich zu Ihrem finanziellen Seelenfrieden beitragen.
Studien belegen, dass Finanzberater die Nettorendite ihrer Mandanten um 1% bis 2% pro Jahr steigern können, wenn sie systematisch Orientierung, Disziplin und Anleitung in die Finanzentscheidungen einbringen. Ein vertrauenswürdiger Partner, der hilft, in der Fülle von Produkten und Technologien das Wesentliche vom Unwesentlichen zu unterscheiden, macht das Finanzleben spürbar einfacher.
Wenn Sie von Beratung überzeugt sind
Eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit einem Finanzberater setzt eine klare innere Überzeugung voraus. Unsere zufriedensten Mandanten sind diejenigen, die den Wert der Beratung für sich erkannt haben. Sie verstehen, wofür sie bezahlen und wie sie davon profitieren.
Wer noch unsicher ist, ob professionelle Beratung der richtige Weg ist, sollte sich diese Zeit zum Nachdenken nehmen. Die Entscheidung für oder gegen einen Berater sollte eine klare "Ja"- oder "Nein"-Entscheidung sein. Vielleicht ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt – und das ist völlig in Ordnung. Die Überzeugung kann mit der Zeit wachsen.
Häufige Fragen
Eine universelle Untergrenze gibt es nicht aber eine praktische Daumenregel: Die Beratungskosten müssen durch den Mehrwert gedeckt sein. Bei einer Honorar-Vermögensverwaltung wie DAGG.INVEST ist das ab einem liquiden Anlagevermögen von ca. 300.000 € realistisch. Darunter sind die Kosten im Verhältnis zum verwalteten Kapital oft zu hoch. Entscheidender als die Zahl ist allerdings die Komplexität: Wer ein Unternehmen verkauft hat, eine Erbschaft erhält oder eine Familienstiftung plant, braucht Beratung unabhängig vom Betrag.
Das hängt vom Modell ab. Provisionsberater kosten vordergründig nichts, tragen ihre Vergütung aber über Produktkosten in Ihr Depot ein, oft ohne dass Sie es merken. Honorarberater wie DAGG.INVEST rechnen transparent ab: typisch 0,5–1 % p.a. auf das verwaltete Vermögen, ohne Produktprovisionen oder versteckte Kickbacks. Was Sie zahlen, sehen Sie was Sie sparen, auch.
Ein Provisionsberater verdient, wenn er ein Produkt verkauft oder vermittelt. Sein wirtschaftliches Interesse und Ihres können auseinanderfallen, er muss das nicht einmal böse meinen. Ein Honorarberater wird ausschließlich durch das Honorar seiner Mandanten vergütet. Kein Produkt, kein Anbieter kann die Empfehlung beeinflussen. DAGG.INVEST ist von der BaFin als unabhängiger Honorar-Anlageberater zugelassen - einer von 19 in Deutschland.
Wenn Ihre Finanzen überschaubar sind, ein Depot, keine Immobilien, keine Erbschaft, kein Unternehmen und Sie Freude daran haben, sich selbst zu kümmern, dann ist ein Berater möglicherweise kein Mehrwert. 36 % aller Menschen sind Selbstgestalter, und das ist eine vollkommen legitime Entscheidung. Wenn allerdings die Zeit knapper wird, die Komplexität wächst oder Sie sich unsicher fühlen, lohnt sich zumindest ein Gespräch.
Passt DAGG.INVEST zu Ihrer Situation?
Wenn Sie sich in einem der vier beschriebenen Szenarien wiedererkennen, lohnt sich ein Gespräch. Kein Verkaufsgespräch, sondern ein ehrliches erstes Kennenlernen, um zu prüfen, ob eine Zusammenarbeit sinnvoll wäre.
Christian Dagg
Der größte Feind des Anlegers ist häufig der Anleger selbst. Ein unabhängiger Berater bringt den größten Nutzen, wenn er sich zwischen den Anleger und dessen schlimmste Fehlentscheidung stellen kann. Meine Beiträge sollen wie ein Filter für vernünftige Finanzentscheidungen wirken. Ich möchte belastbare Fakten und gesunden Menschenverstand im Zusammenhang mit Finanzthemen in den Vordergrund stellen und versuchen, dies so zu erklären, dass es jeder für sich einordnen kann.
Für Anregungen und Kommentare bin ich immer offen.
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